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Thema: Grundsätzliche Umsetzbarkeit des BER DROps-Verfahrens

  1. #1
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    Grundsätzliche Umsetzbarkeit des BER DROps-Verfahrens

    Vor über einem Jahr habe ich das BER Drops-Verfahren in der Fluglärmkommission vorgestellt. Seitdem ist nicht viel damit passiert. Die AG Betriebsregime der Brandenburgischen Landesregierung sollte die grundsätzliche Umsetzbarkeit prüfen. Weil bis heute noch kein Ergebnis dieser Prüfung bei der FLK vorliegt, mußte etwas geschehen. Unterstützung fand ich bei der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Eine entsprechende Fragestellung zur grundsätzlichen Umsetzbarkeit des Vorschlages wurde an die Technische Universität Berlin übermittelt. Wenn die grundsätzliche Umsetzbarkeit gegeben ist, wird das Brandeburgische Landesamt für Umwelt in einem zweiten Schritt die Anzahl der Betroffenen in 1 dB-Schritten ermitteln. Damit kann dann festgestellt werden, welches Betriebsverfahren am BER die Anrainer weniger mit Fluglärm belästigt. Also dran bleiben.

    siehe auch: http://www.ual-online.de/
    Geändert von Achim Lorber (25.06.2017 um 12:06 Uhr)

  2. #2
    Super-Moderator Avatar von Maani
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    Vielen lieben Dank für die Info, Herr Lorber !
    Dann besteht ja weiter Hoffnung
    Gruß Maani
    (I.Sprenger)

  3. #3
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    Auf der 95. Sitzung der FLK im März 2016 konnte über den Antrag der Stadt Mittenwalde, die grundsätzliche Umsetzbarkeit des BER Drops-Verfahrens prüfen zu lassen, nicht abgestimmt werden, weil die FLK über keine finanziellen Mittel verfügt, solche Prüfaufträge zu erteilen.
    Die SVV Mittenwalde hat daraufhin im Mai auf ihrer 4. Sitzung 2016 zwei Anträge an die FLK beschlossen, die zum ersten das Ziel verfolgen, die Prüfung der grundsätzlichen Umsetzbarkeit des BER Drops-Verfahrens zu finanzieren und zum zweiten, die nachtteiligen Auswirkungen der Neufassung der LuftVO für die Anrainer zu kompensieren (siehe auch hier im Forum unter Informationen das Thema:BER-Flugrouten mit Sicherheitsrisiken). Die 96. Sitzung der FLK findet Mitte September 2016 statt.
    Geändert von Achim Lorber (25.06.2017 um 12:13 Uhr)

  4. #4
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    Ausrufezeichen Fachliche Prüfung des BER DROps-Verfahrens beschlossen

    Inzwischen hat die 96. Sitzung der Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und gegen Luftverunreinigungen durch Luftfahrzeuge am 19. September stattgefunden. Es war übrigens der 25. Jahrestag ihres Bestehens. Das heißt aber auch, dass die FLK 25 Jahre brauchte, um sich – anstatt mit Flugverfahren – überhaupt erst einmal intensiv mit dem Thema Betriebsverfahren auseinanderzusetzen. Nun hat es die FLK aber endlich geschafft, die Prüfung des BER DROps-Verfahrens zu beschließen. Außerdem wurde ein zweiter Beschluss gefasst, der die nachteilige Änderung der Luftverkehrs-Ordnung für die vom Fluglärm betroffenen Menschen ausgleichen soll. Bleibt nur zu hoffen und notfalls darauf zu drängen, dass die Beschlüsse gegen den möglichen Widerwillen einiger Amtsträger umgesetzt werden.

    Beschlüsse im Wortlaut:
    Prüfung des BER Drops-Verfahrens
    und zur
    Änderung der Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO)
    Geändert von Achim Lorber (25.06.2017 um 12:24 Uhr)

  5. #5
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    97. Sitzung der FLK

    Für den Vorschlag Mittenwaldes ergeben sich aus den Vorträgen der Flughafen GmbH und der DFS GmbH auf dieser Sitzung eine gute und eine schlechte Nachricht.

    Zuerst die schlechte Nachricht:
    Der Plan der FBB GmbH zum zeitweiligen Weiterbetrieb der Infrastruktur des alten Flughafens Schönefeld (Double Roof) ist eine Abkehr vom durchgängig unabhängigen Betrieb der beiden Pisten. Ob das rechtlich begründet werden kann, ist fraglich. Die Umsetzung des BER DROps-Verfahrens wird damit seitens der FBB GmbH erheblich erschwert, denn das BER Drops-Verfahren hält sich strikt an die Planfeststellung und die Rechtsprechung bzgl. des unabhängigen Betriebs der Pisten.

    Jetzt die gute Nachricht:
    Dagegen kommt die von der DFS GmbH geplante Streichung und Änderung einzelner Flugverfahren dem BER DROps-Verfahren entgegen, denn genau diese Änderungen sind auch Bestandteil des von Mittenwalde eingebrachten Betriebskonzepts. Das ist sehr positiv zu bewerten!
    Bei Betriebsrichtung West entsprechen die Änderungen dem BER DROps-Verfahren.
    Bei Betriebsrichtung Ost soll die „Hoffmannkurve“ von der Nordbahn aus Sicherheitsgründen ersatzlos gestrichen werden.
    (siehe hellblaue Flugstrecke[erscheint nach wenigen Sekunden)

    Mühsam nährt sich das Eichhörnchen
    Geändert von Achim Lorber (25.06.2017 um 12:15 Uhr)

  6. #6
    Super-Moderator Avatar von Maani
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    Vielen vielen Dank für die wertvolle Info, Herr Lorbe

    Das die "Hoffmannkurve" ersatzlos gestrichen werden soll,
    ist ja schon mal eine der besten Nachrichten in den letzten Jahren für uns Betroffenen.
    Da bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht nur dann wirklich auch umgesetzt, sondern auch in Stein gemeisselt wird.

    Der Plan der FBB GmbH zum zeitweiligen Weiterbetrieb der Infrastruktur des alten Flughafens Schönefeld (Double Roof) ist eine Abkehr vom durchgängig unabhängigen Betrieb der beiden Pisten.
    Inwieweit bedeutet das für Ragow / Mittenwalde eine Änderung ?
    Gruß Maani
    (I.Sprenger)

  7. #7
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    Hallo Maani,

    vor Begeisterung über die gute Nachricht haben Sie vergessen, daß der BER auch noch eine Südbahn hat. Das BER DROps-Verfahren ist ein Betriebsverfahren und soll die Benutzung der verbleibenden Flugverfahren regeln. Unter diesen befindet sich leider noch die "Hoffmannkurve" von der Südbahn.

    Das BER DROps-Verfahren sieht vor, die scharfe Rechtskurve von der Südbahn für Abflüge nur dann freizugegeben, wenn die Abflüge keine Anflüge über Schönhagen treffen und zusätzlich nur dann, wenn ein Pilot sie anfordert.
    Da lt. Aussage der DFS GmbH jeder zweite Abflug auf der "Hoffmannkurve" einen Konflikt mit den Anflügen verursacht, würde sich die Hälfte der Flüge schon deshalb bei Anwendung des BER DROps-Verfahrens verbieten. Und zweitens würde ein Teil der anderen Hälfte der Abflüge, die konfliktfrei fliegen könnten, nicht die "Hoffmannkurve" nutzen, da die Pilotenvereinigung Cockpit dieser scharfen Rechtskurve sehr kritisch gegenübersteht. Deshalb wird nicht jeder Pilot für dieses Abflugverfahren um Freigabe bitten wollen.

    Es ist also eine schlechte Nachricht, daß die FBB GmbH sich vom durchgängig unabhängigen Betrieb der Pisten des BER, der ja entscheidend für den Planfeststellungsbeschluß und das BER DROps-Verfahren ist und in etlichen Gerichtsverfahren als Urteilsbegündung diente, verabschieden will. Damit würde das BER DROps-Verfahren mit seinem entmischten unabhängigen Betrieb der Pisten ausgebremst, weil die FBB GmbH sich anschickt, die gesetzlichen und richterlichen Voraussetzungen des BER teilweise zu ignorieren.

    Im Übrigen zeigt uns auch hier wieder London-Heathrow, daß man entmischten unabhängigen Betrieb der Pisten realisieren kann, auch wenn ein oder mehrere Abfertigungsgebäude für die Passagiere nicht zwischen den beiden Pisten des Flughafens platziert sind. Ein Blick auf den Grundriss des Flughafens in Heathrow hätte genügt.

    .
    Geändert von Achim Lorber (25.06.2017 um 12:15 Uhr)

  8. #8
    Super-Moderator Avatar von Maani
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    Guten Morgen Herr Lorber,

    das BER-DROps-Verfahren ist mir vertraut ;-)
    Danke für die Antwort hinsichtlich des durchgängig unabhängigen Betriebes der Pisten!
    Da lag mein gedanklicher Knoten und wahrscheinlich "wollte" ich das nicht verstehen, da ja sonst immer so auf den Planfestellungsbeschluß gepocht wurde.

    Mir will leider noch immer nicht in den Kopf warum seitens der Verantwortlichen um das BER-DROps-Verfahren noch immer herumgeschlichen wird,
    obwohl es maßgeschneidert ist für den BER, eigentlich nur Vorteile bringt und es sogar Heathrow als Vorbild gibt.

    An so ein Hirngespinst eines Hobby-Piloten, sprich Hoffmannkurve, wurde sich ungeachtet der Gefährlichkeit all die Jahre geklammert,
    aber das sinnvolle BER-DROps wird noch immer ignoriert, das sich sogar komplett an den Planfeststellungsbeschluss hält.
    Nun würde man seitens des Flughafens (salopp ausgedrückt) den Teil des gesetzlich festgelegten unabhängigen Flugbetriebes am liebsten kippen,
    was voraussichtlich hohe Kosten hoch bezahlter Anwälte verursachen würde, zzgl. des Ganzen drumherum.

    Der BER bleibt mir in allem was da passiert ein Rätsel.
    Gruß Maani
    (I.Sprenger)

  9. #9
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    Unglücklich Welches Betriebsverfahren für den BER?

    Die Behauptung, DROps sei nur nachts durchführbar, dient als Vorwand, um die Bestrebungen nach entmischtem Betrieb einzudämmen. Daher gibt es keine vernünftige Erklärung, weshalb die DFS GmbH ihr DROps-Konzept ausgerechnet auf das Nutzungskonzept bei Schließung einer Bahn stützt. Kann doch dedizierter Betrieb mit beiden Bahnen umso wirksamer unnötige Lärmbelästigung vermeiden und den eingeschränkten nächtlichen Luftverkehr sowieso bewältigen, je besser er dem Verkehrsaufkommen tagsüber gewachsen ist.

    Die Flughafengesellschaft will aufgrund der verlängerten Nutzung von Abfertigungsgebäuden des alten Flughafens Berlin-Schönefeld den BER in zwei virtuelle Höfe aufteilen und glaubt deshalb, die Pisten gemischt betreiben zu müssen. Der festgestellte Plan hat indes die Trennung von ankommendem und abfliegendem Verkehr zum Ziel. Ferner ist laut ICAO der entmischte Betrieb in der Praxis – siehe z. B. London-Heathrow – häufig die bessere und erfolgreichere Wahl, auch wenn theoretische Studien möglicherweise für den gemischten Betrieb sprechen.

    Die Landesregierung Brandenburgs besteht nicht darauf, gleichzeitige Starts oder gleichzeitige Landungen am BER durchzuführen, wenn dies aufgrund des Verkehrsaufkommens operativ nicht erforderlich ist. Dennoch will die bei der Staatskanzlei angebundene AG Betriebsregelung BER einen dedizierten Betrieb nur für die Nacht verwirklichen. Darum wirkt es sehr befremdlich, dass die brandenburgische Regierung der FLK die konkrete Information vorenthält, wann darüber hinaus ein DROps in Form von entmischtem Parallelflugbetrieb möglich wäre. Stringentes Handeln für den Schutz der Betroffenen vor den negativen Folgen des Flugbetriebs sieht anders aus.
    Geändert von Achim Lorber (07.02.2018 um 09:16 Uhr)

  10. #10
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    Beitrag Petition an den Vorsitzenden des Petitionsausschusses des Landtags übergeben

    Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Mittenwalde hat auf ihrer Sitzung am 12. März 2018 die mit den Mitgliedern der BI Leises Ragow erörterte Petition einstimmig auf den Weg gebracht. Anläßlich einer Bürgersprechstunde des Petitionsausschusses des Landtags Brandenburg am 20. März 2018 in Lübben überreichten die Bürgermeisterin Maja Buße, der SVV-Vorsitzende Lutz Krause und ich die Petition an den Vorsitzenden des Ausschusses Henryk Wichmann und seine Kollegin Gabriele Theiss. Nach einer kurzen Erläuterung der Zielrichtung des BER Drops-Verfahrens wurde auf die Malaise verwiesen, dass die Begutachtung des Vorschlags seit Jahren hinausgeschoben oder gar blockiert wird. Herr Wichmann zeigte sich sehr erfreut über die detaillierte Ausarbeitung der Petition und war positiv überrascht, welche Möglichkeiten zur Minderung der Lärmbelästigung durch den Vorschlag aufgezeigt werden. Er stellte in Aussicht, dass der Petitionsausschuss zu einem weiteren Termin laden wird, um sich diesen komplexen Vorschlag ausführlich erläutern zu lassen. Es muß mit einer mehrere Monate dauernden Bearbeitungszeit gerechnet werden, da im Jahr etwa 650 bis 700 Petitionen beim Petitionsausschuss des Landtags eingehen.
    (Wortlaut der Petition)

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    Geändert von Achim Lorber (In den letzten 4 Wochen um 17:46 Uhr)

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